Störtebeker-Statue: ein Denkmal für Hamburgs ärgsten Feind

Wem auch immer man sich näher fühlt, der Heiligen Anna oder dem afrikanischen Hafen, ein kurzer Abstecher führt von hier zu einem kleinen Monument, das so hamburgisch ist wie Michel und Hans Hummel: das Denkmal von Klaus Störtebeker. Es steht zwar eigentlich nicht in der Speicherstadt, sondern in der HafenCity, befand sich aber ursprünglich am Brooktor und wurde erst im Zuge der Arbeiten zur HafenCity umgestellt. Wie die Stadt Hamburg lapidar feststellt, verkörpert die schwere Bronzestatue des Bildhauers Hansjörg Wagner den einmaligen Fall, „in dem eine Stadt ihrem eingeschworenen Feind und einem hingerichteten Verbrecher ein Denkmal errichtet“.

Illustration der Hinrichtung der Vitalienbrüder auf dem Grasbrook in Hamburg (1401)
Hinrichtung der Vitalienbrüder auf dem Grasbrook in Hamburg (1401) © Hamburger Staatsarchiv

Dessen ungeachtet ist Hamburg ungemein stolz auf seinen Likedeeler-Kapitän – so stolz, dass ein Schädel, der 1878 am früheren Richtplatz auf dem Grasbrook gefunden worden war, kurzerhand als der von Störtebeker ausgegeben und im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt wurde. Als er 2010 unter mysteriösen Umständen von dort gestohlen wurde, war die ganze Stadt entsetzt. Als er dann zwei Jahre später unter nicht weniger mysteriösen Umständen wieder auftauchte, war das Museum so glücklich, dass es zwei Tage lang keinen Eintritt nehmen wollte.

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